Sommerfestival auf Burg Staufenberg

Sommerfestival auf Burg Staufenberg

Musik und Feuerzauber gab es beim diesjährigen Sommerfestival auf der Staufenberger Oberburg. Trotz Corona-Auflagen war die dreitägige Veranstaltung ein voller Erfolg.

 

 

STAUFENBERG (zy). Musik, Artistik, Theater, Tanz und vieles mehr sind die kulturellen und künstlerischen Disziplinen, für die das Sommerfestival auf der Burg Staufenberg Jahr für Jahr steht. 2020 stand das Festival wegen des Corona-Virus jedoch zunächst unter keinem guten Stern, weiß Veranstalter Lothar Schreyeck vom Kulturverein Impuls: „Noch im April oder Mai hatten wir beschlossen, das Sommerfestival für dieses Mal ausfallen zu lassen.“ Doch nach einigen Rundmails mit dem Kultursommer Mittelhessen, dem Förderer des Festivals, entschied man sich dann doch noch anders. Zwar mit Sorge, aber vor allem Sorgfalt bei der Durchführung. „Vieles war dieses Jahr anders und vieles war zu beachten. Schärfere Ein- und Ausgangskontrollen, mehr Schilder, Toilettenhygiene, Mund- und Nasenschutz waren zu organisieren und vieles mehr. Der Vorverkauf war anders organisiert. Adressen und Telefonnummern der Gäste mussten gesammelt werden. Wie viele Gäste sind laut hessischer Verordnung erlaubt?“ – Schreyeck und sein Team aus ehrenamtlichen Helfern entschieden sich, verantwortungsvoll zu handeln und nicht an das Limit des Erlaubten zu gehen. 100 Menschen konnten Tickets erwerben und sind erschienen, laut Verordnung wäre noch etwas mehr drin gewesen.

 

Denjenigen, die Tickets erwerben konnten, wurde von Freitag bis Sonntag jedoch so einiges geboten. Angefangen vom besonderen Ort des Geschehens, der Oberburg. Zwischen den Mauern der rund 800 Jahre alten Burgruine bot sich ein beeindruckendes Klangerlebnis. „Es ist fast schon ein Jammer, dass dieser Ort kaum genutzt werden kann“, bedauert Schreyeck, denn alleine eine Bühne hier hochzutragen bedeutet eine Menge Anstrengung. Dieses Jahr sei es etwas leichter gewesen, da der Kultursommer Mittelhessen den Kulturverein auch immens finanziell unterstützen konnte, auch dank Corona-Hilfsmitteln für Kunst und Kultur vom Land. Daher reichte es auch für eine modernere Bühne als sonst. Die war von Freitag bis Samstag auch noch überdacht. Den Anfang machten Christine Burock, Corin Hild, Markus Reich und HO. Moritz von „Balladeire“ mit ihren Interpretationen internationaler Popsongs in verschiedenen Sprachen. Am Samstag übernahm die Band „Radio 2020“ die Mikrofone auf der Bühne. Die Formation aus Lisa Marie Krause, Moritz Weissinger, Jessica Hormann, Mischa Jung und Peter Herrmann sowie Special Guest John Morrell spielten ihre persönlichen Lieblingssongs aus fünf Jahrzehnten in einer akustischen Variante und ihrem ganz eigenen Stil.

 

Familienkonzert war am Sonntagnachmittag angesagt. Fredrik Vahle, Kinderliedermacher aus Salzböden, stand – gesanglich unterstützt von Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz – auf der Bühne und unterhielt seine jungen Gäste aufs Trefflichste. Veranstalter war hier das Demokratieprojekt „Dabeisein in den Lahntälern“, statt Eintrittsgeld waren gute Ideen zum Thema „Mein Ort und ich“ gefragt.

 

In der „Traumsommernacht“ fand am Sonntagabend der Abschluss des Sommerfestivals statt. Der Titel hätte nicht besser gewählt, das Wetter angenehmer sein können. Den Gästen bot sich eine sternenklare Nacht und angenehme Temperaturen. Da allerdings der senegalesische Musiker FallouSy dank Corona in Senegal festsaß, übernahm sein Landsmann Baye Cheikh Matala Mbaye. Zusammen mit Burkhard Mayer und Peter Herrmann bildeten sie das Trio „MATALAmusic“ und brachten senegalesische Klänge in die alten Burgmauern. Hier war das Dach der Bühne bereits abgebaut, denn die Damen und Herren von Entourage aus Berlin, bei dem auch Lothar Schreyecks Sohn mit von der Partie ist, wollten mit ihrer artistischen Feuershow „Cirque Ex Marionnettiste“ besagtes Dach lieber nicht abbrennen. Doch ein Dach war eh nicht nötig. Zwar kündigten einige Lichtblitze in der Ferne das kommende Gewitter an, jedoch blieb das Sommerfestival bis zum Schluss verschont.

Quelle: Giessener Anzeiger